Tonnenschwere Puzzleteile aus Flossenbürger Granit

An den Flossenbürger Granit hat Herbert Lankl schon lange sein Herz verloren. Der renommierte Künstler aus Thanhausen arbeitet gern und oft mit dem Urgestein. Sein jüngstes Werk, ein außergewöhnlicher Würfel, geht in den Grafenwöhrer Ortsteil Gmünd.

Die Stadt Grafenwöhr schrieb für Gmünd einen Wettbewerb aus. Zu Gmünd gehören drei Ortschaften und dieser Umstand sollte bei dem Denkmal eine Rolle spielen, Eigenheiten und Zusammengehörigkeit aufzeigen. Lankl entschied die Ausschreibung für sich. Hinter seinem Entwurf steckt ein Würfel mit einer Kantenlänge von 1,5 Metern.

Das wäre noch nichts Besonderes gewesen und der Bezug zur Vorgabe ließe sich nur schwer begründen: „Ich teilte den Kubus in drei ungleiche Teile auf. Insgesamt betrachtet präsentierten die sich als Würfel. Eng zusammengestellt werden sie aber nicht. Man kann zwischen den Stücken sogar noch durchgehen.“ Der Gedankengang imponierte bei der Jury, leicht umzusetzen war er aber nicht.

Unterstützung kam, wie schon seit vielen Jahren, vom Granitwerk Helgert. Firmenchefin Petra Helgert erinnert sich: „Lankl war sogar im Steinbruch unterwegs und wählte eine für ihn passende Abbaustelle aus. Wir erfüllten ihm den Wunsch und holten den genau passenden Block heraus.“ Er hat eine gelb-graue Farbe, ist gleichmäßig gemustert und bekam eine fein geschliffene Oberfläche. Tüftelei war angesagt, als es darum ging, den Block in die vorgegebenen Formen mit Innen- und Außenwinkeln zu zerschneiden.

Mit herkömmlichen Werkzeugen wäre das nicht zu machen. Johannes Helgert wusste Rat. Zum Einsatz kam eine neue Maschine. Ein Stahlseil frisst sich durch den Granit, nicht nur von oben nach unten, sondern in zwei Dimensionen. Ideale Voraussetzungen, um das Werk genau nach den Ideen des Künstlers zu gestalten. Von selbst funktionierte das nicht. Helgert und Lankl tüftelten viele Stunden, bis der steuernde Computer genau das machte, was sich die beiden ausgedacht hatten.

Idee und Wirklichkeit stimmten zum Abschluss überein. Lankl zeigte sich zufrieden: „Es war eine diffizile Arbeit, aber der Aufwand lohnte sich. Die Gmünder bekommen ihr 9,7 Tonnen schweres Kunstwerk genau so, wie es geplant war.“ Glücklich war der international bekannte Thanhausener auch über einen ganz anderen Umstand. Die kalte Jahreszeit mag er nicht besonders, aber Terminvorgaben ließen in der Vergangenheit kaum eine Wahl: „Unter Dach, in der neuen Betriebshalle des Granitwerks Helgert, macht die Arbeit deutlich mehr Freude.“